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Manchmal

Manchmal, wenn ein Vogel ruft
Oder ein Wind weht in den Zweigen
Oder ein Hund bellt in fernem Gehöft
Dann muss ich lange lauschen und schweigen.

Meine Seele fliegt zurück
Bis wo vor tausenden von vergessenen Jahren
Die Vögel und der wehende Wind
Mir ähnlich und meine Brüder waren.

Meine Seele wird ein Baum
Und ein Tier und ein Wolkenwesen.
Verwandelt und fremd kehrt sie zurück
Und fragt mich.
Wie soll ich Antwort geben?

Herrmann Hesse


                                                english version below :-)

Ich töpfere hauptsächlich Keramik der Vor-und Frühgeschichte mit dem Schwerpunkt: keltische West-Hallstattzeit (800-450v.Chr.). Die archäologische Abkürzung hierfür ist: HaC-HaD1. Es ist die frühe Eisenzeit in Mitteleuropa und es finden sich prächtige Beigaben in großen Grabhügeln. Ein Indiz dafür, dass sich eine reiche Oberschicht gebildet hat. Neben den Metallbeigaben haben die Ausgräber wunderbar verzierte Keramik gefunden. 

Mehr und mehr töpfere ich auch Aufträge von der Urnenfelder-Kultur, über die Bronzezeit bis ins Neolithikum (Steinzeit) hinein reichend.   

Anhand von Grabungsberichten und Ausstellungsstücken entstehen so Rekonstruktionen, die immer, wie ihre Vorbilder, ohne Drehscheibe angefertigt werden. Ich bemühe mich dabei zuerst das Stück auf mich wirken zu lassen - es als Ganzheit zu verstehen. Diesen Eindruck gebe ich dann in meiner Keramik wieder. Es entstehen Unikate mit Persönlichkeit, die, ganz wie ihre Vorbilder, bewusst leichte Unregelmäßigkeiten und Arbeitsspuren behalten. Das Auge hat so beim genauen Betrachten immer etwas Neues zu entdecken - das Stück wird lebendig. Wie im Fall der Grafit-Rot-Bemalung der Alb-Hegau-Keramiken oder der Glanzengobe-Überzügen muss ich dabei manchmal lange experimentieren, bis ich mich an die, in Vergessenheit geratene, Techniken wieder annähern kann.

Das zeitlos Schöne zu erkennen und es durch meine Keramik wieder zu beleben, ist etwas Wunderschönes. Steht dann das Stück nach stunden- und tagelanger Arbeits- und Trocknungszeit endlich fertig vor mir, steigt eine große Zufriedenheit in mir auf. Nicht nur, weil es schön ist, aus einem vorerst schlammigen Brei ein Gefäß neu entstehen zu lassen ... Wenn ich mir überlege, dass die ausgegrabenen Scherben oft 2500 Jahre alt sind und einzelne Stücke meiner Keramik vielleicht weitere 500 Jahre überdauern... dann fühle ich mich in diesem Sinne als Überträgerin uralter europäischer Traditionen. Ich nehme die alten Formen und Techniken wieder auf, um sie durch meine Keramik in die Zukunft hinüberzutragen. Es ist eine schöne Vorstellung ein Teil dieses Überlieferungsprozesses zu sein.

Um das Bild abzurunden, bin ich bei bestimmten Museumsveranstaltungen, seit 2008, auch hallstättisch gekleidet. Leinen- und Wollgewebe in verschiedenen Köperbindungen und Paukenfibeln zum Befestigen des Stoffes an den Schultern inklusive. So können Besucher sich auch ein Bild von der Kleidung machen.                                                                          Zusammenarbeit mit den Museen: Kelheim, Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg (NHG), Hochdorf, Manching, Stuttgarter Landesmuseum, Römisch-Germanische- Zentralmuseum in Mainz, und viele mehr ....  

Zum Auflockern von Geist und Händen belege ich immer wieder Keramikseminare mit unterschiedlichen Themen, stöbere in der Unibibliothek der Archäologen oder lasse mich von Fachberichten für ein neues Thema begeistern. Denn man lernt ja nie aus ... So habe ich mich im archäologischen Bereich noch mit der Keramik des Königreiches Elam, mit Süd- und Mittelamerika und mit der Kunst Schwarzafrikas um das Jahr 1900 beschäftigt. Daneben gibt es auch „freie", moderne Arbeiten. Eine Auswahl dieser Ergebnisse ist mit abgebildet. Bei den Arbeiten, die sich auf Naturvölker anderer Kontinente beziehen, gilt es für mich einen Mittelweg zu finden zwischen „sich inspirieren lassen" und „etwas Eigenes entwickeln". Die Kunst einer noch intakten Volksgruppe einfach abzukupfern, fände ich falsch - dazu fühle ich mich nicht berechtigt. So verfremde ich, lasse mich inspirieren, entwickel weiter, spiele ... Die Ergebnisse sind vielfältig.

Meine Keramik kann käuflich erworben werden und ich freue mich besonders über Spezialwünsche :-)

Gut, wer nun neugierig geworden ist, der sei herzlich eingeladen auf meinen Seiten ein wenig zu stöbern. Viel Spaß dabei.

Termine 2012:

30.März + 01. April: IRM2012 Internationale Reenactmentmesse www.reenactmentmesse.de Im Archäologiepark Römische Villa Borg (Saarland). Ich habe einen Stand mit Keramik von Stein- bis Eisenzeit.

12.+ 13. Mai: 37. Frechener Töpfermarkt. Verkaufsstand mit technischer Vorführung von Stempel- und Maltechniken. In 50226 Frechen. Mehr Infos unter: www.keramion.de

30.Juni, 01. Juli: Keltenmuseum Hochdorf/ 71735 Hochdorf/Enz www.keltenmuseum.de. Präsentation der Keramik und Kindertöpfern.

Noch in Verhandlung: 07.Juli: Nacht der Museen in Aschaffenburg. 19.00-01.00 Uhr. Stiftsmuseum, Stiftsplatz 1 in 63739 Aschaffenburg. Ich präsentiere Urnenfelderzeitliche Keramik des Gräberfeldes Strietwald. Zeige das Stempeln und Inkrustieren. 

Noch in Verhandlung: Feldbrand im Hessenpark/Neu Anspach www.hessenpark.de Es wird am 16. oder 17. Juli Keramik, wie früher (ab Steinzeit) in einer großen Grube unter freiem Himmel, gebrannt und am Sonntag, 22.Juli ausgegraben. 

05.August: Keltenfest im Archäologischen Museum Kelheim. Verkaufsstand mit Keramik + Kindertöpfern. www.archäologisches-museum-kelheim.de

Noch in Verhandlung: 15. September: Keltenfest in Landersdorf/ bei 91171 Greding Infos bei: www.nhg-nuernberg.de  Verkaufsstand:Keramik.

21.bis 23.September: Eröffnung des Labors für experimentelle Archäologie im Ldkr.Mayen/Koblenz. Das Programm wir noch ausgearbeitet. Infos auch über das Römisch-Germanische-Zentralmuseum in Mainz www.rgzm.de

Noch in Verhandlung: 29.+30.September: Keltenfest des Stuttgarter Landesmuseums im Rahmen der großen Keltenausstellung (Beginn: 15.09.12). Verkaufsstand: Keramik.     Siehe: www.landesmuseum-stuttgart.de .

Zusätzlich ist meine Hallstatt-Keramik im Museums-shop des Archäologischen Museums in Kelheim, Hochdorf und im Stuttgarter Landesmuseum zu sehen. Auch im Antikhof Lindheim (in der Nähe des Glaubergmuseums) www.antikhof-lindheim.de  und eine kleine Auswahl in der Galerie Reuter www.keramikgalerie-friedberg.de . Urnenfelderzeitliche Keramik steht im Museumsshop des Stiftsmuseums in Aschaffenburg.

 English translation    

I mainly do pre- and early history pottery, focusing on the celtic Hallstatt era (800-450 BCE). Based on excavation reports I create reconstructions, always without a pottery wheel, just like their models. Before setting out to work, I will allow a piece to impress me, in order to, hopefully, understand it in its entirety. Then I strive to reflect the impression it made on me in my piece of pottery. The resulting unique piece has a personality of its own and, just like its model, carries slight intentional irregularities, traces of manual work. Each closer look will reveal a new detail - and will bring the piece of pottery to life. Take, for example, a piece of Alb-Hegau ceramics painted in graphite red: it takes days, weeks even of experimenting before I feel I have at least come close to techniques long forgotten. And it is quite wonderful indeed to witness timeless beauty and to be able to revive it through my pottery. Once a piece is completed, after hours, days at times, of work and drying, I feel deeply satisfied at last. Not just because of the beauty in having created, out of initially muddy sludge, a new receptacle ... Thinking of the fact that excavated sherds often go back to 2500 years and that some pieces of my pottery might last another millenium ... I consider myself a true transmitter of ancient European traditions. I recapture forms and techniques to carry them into the future, through my vessels, and I feel part of this transmission process.                                  Presently I concentrate on making special shiny engobes and on their appearance in various furnace atmospheres. I also test natural colours: ochre, manganese spinel or graphite among them.

In order to relax both spirit an hands I take courses in various subjects, I browse through the universitiy library at the dapartment of archaeology or I draw fresh enthusiasm from special reports offering new subjects. Never too old to learn, as the saying goes ... Hence, in the realm of archaeology I also read extensively about the pottery of the kingdom of Elam, of South and Central America and about the art of sub-saharan Africa arount 1900. Also, I created a number of "free-style" modern pieces. A selection of them is also shown here.

In case of works wich refer to indigenous peoples of other continents, I strive to find a middle ground between ´inspiration´ and ´creation´. Merely imitating the art of a people still intact would be wrong, in my eyes. I do not feel entitled to do so. Instead, I modify, alienate, get inspired, develop further, play ... and the results are manifold.

If I made you curious, please feel free to browse.                                          Happy surfing!